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Florierende Geschäfte

Einst war sie Kreativkopf in einer Werbeagentur. Heute schmücken die Blumendesigns von Niki Osls Label „miss lillys hats“ die Köpfe von Stars wie Katie Perry oder Lana del Rey. Neben ihrer berühmten Kundschaft hat die österreichische Designerin noch einiges mehr mit ihrem Vorbild Karl Lagerfeld gemeinsam: das Hans-Dampf-in-allen-Gassen-Gen und eine Katze als Muse.

Die Warteliste, um sich eines der Unikate der Wienerin mit Tiroler Wurzeln in die Haare stecken zu können, ist lang. Selbst VIP-Kundinnen wie Georgia May Jagger oder Taylor Swift müssen sich für einen Blumen-Kopfschmuck von Niki Osl hinten einreihen. Zwischen 220 € und 1050 € kosten die Kränze, Kronen und Hüte, die aus Vintage-Blumen aus Seide und Stoff gebunden und gesteckt werden. Die zarten Blumen findet die 36-Jährige, die ihre Firma vor vier Jahren gegründet hat, auf Antikmärkten. „Ich glaube, ich kenne jeden einzelnen Flohmarkt zwischen Wien und New York City.“ Die einzige Mitarbeiterin bei „miss lillys hats“ (der Name beruht auf Osls Katze) ist ihre Mutter, die gleichzeitig die Lehrmeisterin war. „Sie brachte mir die Technik bei. Das Kränzebinden ist bei uns Familientradition.“ Und so ging Niki Osl bereits mit Blumen im Haar in die Schule. „Die anderen Kinder hielten mich für sonderbar. Aber ich hatte einfach schon damals einen Hang zur Extravaganz.“ Deshalb würde sie sich auch wünschen, dass Frauen jeden Alters sich hin und wieder einen Kranz aufsetzen und sich damit selber krönen. „Denn jede Frau ist eine Königin!“, schwärmt die 36-Jährige, die sich selbst nicht als Designerin bezeichnet, sondern als „moderne Putzmacherin“ – Putz im Sinne von „aufputzen“.

Die nordenglische Stadt Sheffield ist berühmt für ihre Musik- und Kreativszene. Von hier kommen Größen wie Joe Cocker, Simon Beckett oder die Bands Pulp und Arctic Monkeys. Eine von Sheffield’s weiteren „Berühmtheiten“ ist die Floristin Anna Potter.

Dass sie mit ihrem kleinen Blumenladen „Swallows & Damsons“ (benannt nach ihrem Lieblingskinderbuch), einmal über das Stadtgebiet hinaus bekannt wird, hat sich die 34-Jährige nicht gedacht. Das war 2008. Anna Potter hatte gerade ihr Kunststudium beendet und jobbte bei einem Floristen: „Ich wusste, das war das richtige. Etwas mit den Händen zu kreieren und mit der Natur verbunden zu sein.“ Nur der Ort war der falsche. „Ich hatte wilde Ideen und war gelangweilt von den immer gleichen Arrangements. Ich wollte Romantik und herzerwärmende Nostalgie.“ Also machte sie ihr eigenes Ding. In ihrem Geschäft versammelt Anna Potter Kuriositäten, Antiquitäten, wilde Pflanzen und romantische Blüten, die sie zu extravaganten Gebilden vereint. „Die typischen Floristik-Regeln sind nicht meins“, sagt die junge Frau. Hochglanz-Magazine und Interieur-Blogs berichten über die zweifache Mutter, die auf Instagram rund 100.000 Follower zählt – für manche gilt ihr kleiner Laden sogar als einer der schönsten Blumen-Geschäfte Großbritanniens. Ihre Workshops im Blumen binden und arrangieren, die sie in der „Flower School“ anbietet, sind stets ausgebucht. Auch für Arrangements für Mode-Fotoshootings wird Anna Potter gerne angefragt. Sowieso könnte sie ihren Laden längst schließen. Aber im Geschäft zu stehen, möchte sie nicht missen. „Ich liebe es, Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen“, sagt die Floristin, die die Berichte ihrer Kunden in farbenprächtige Bouquets umwandelt.

Erschienen in: clivia 4/16

Foto: Miss Lilly Hats


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